Plakat 2

Andrea Chagas López und Stefan Wäldle verbindet ihre Spiritualität und Identität als Mestizos/métisse. Sie verstehen sich als Grenzgänger, die in verbindender Position zwischen den Dingen stehen. Darüber hinaus leben beide zwischen den Philosophien des globalen Südens und Nordens zur selben Zeit.

*Mestizos (spanisch), Métisse (frz.) sind Kinder der Kolonialisierung und der Globalisierung, die sowohl indigene als auch europäische Vorfahren haben. Diese Personen zeichnen sich dadurch aus, dass sie zwischen beiden Welten (Süd und West) leben.

Andrea Chagas López ist Soziolinguistin, Migrantin, Mestiza* und Queer Aktivistin. Seit 12 Jahren lebt sie in Mannheim. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit dem sprachlichen und kulturellen Kolonialerbe im globalen Süden. Im Laufe ihrer Forschung kam sie in Berührung mit anzestralen Glaubensrichtungen, die sie sowohl in ihrer Forschung als auch in ihrem Alltag berücksichtigt und integriert.

Spiritualität ist für Andrea die Philosophie der Urbevölkerungen der Welt (sowohl im globalen Norden als auch im Süden). Diese Philosophie wurde in den Zügen der Expansion und Etablierung des empirischen und logischen Denkens des Westens marginalisiert. Dennoch haben viele Praktiken die Diskriminierung überlebt nicht nur im globalen Süden, sondern auch in Europa. Hier spielen Frauen liebenden Frauen eine große Rolle, denn trotz Verfolgung konnten Frauen, die außerhalb der patriarchalischen Norm gelebt haben, ihre Praktiken in versteckter Form ausleben und weitergeben.

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Stefan Wäldele, Künstler, Kurator und Galerist. Das Verbindende seiner Kunst findet sich in jeglichen Bereichen, denn sowohl zeitlich als auch räumlich, kulturell und gesellschaftlich, zieht er seine Linien. Seine Arbeiten gehen dabei in unterschiedlicher Weise auf die Suche nach Kontakt – partizipativ, situativ und vor allem kommunikativ. Das zeigt sich etwa ganz erlebbar durch den Galerie-Raum Maquis Mama Wata. Der Raum ist zum Ausstellungsort und Treffpunkt junger Künstler:innen geworden; er lebt von der Begegnung mit den Kulturschaffenden, Interessent:innen, der Mannheimer Nachbarschaft und dem gemeinsamen Austausch. Verbindung wird in diesem Projekt gesellschaftlich gedacht und erlebbar gemacht. Der Raum ist nicht der erste errichtete, Maquis‘ Wäldeles. Der Bau eines solchen ,Maquis‘, einem Treffpunkt für kulturellen Austausch, wurde von dem Künstler auch in Burkina Faso ermöglicht. Mannheim und Burkina Faso stehen damit in Wäldeles Kontinent-übergreifender künstlerischer Vernetzung. Einen solcher Brückenschlag zwischen verschiedenen Kontinenten ist kennzeichnend für die Handlungsweise des Künstlers. Räumliche und zeitliche Distanzen werden überwunden und kulturelle Kontexte zusammengeführt. Dabei löst Wäldele die Grenzen aber nicht etwa zur vollkommenen Durchmischung auf, sondern bewegt sich als Grenzgänger in verbindender Position zwischen den Dingen.

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