„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“ sang Reinhard Mey in den 70er Jahren. Und – Hand auf’s Herz – wer schaute als Kind nicht sehnsuchtsvoll gen Himmel und den Flugzeugen hinterher und träumte davon, wie ein Vogel am Horizont zu verschwinden. Auf der Suche nach unbekanntem Terrain und waghalsigen Abenteuern.

Während die einen letztendlich am Boden (der Tatsachen) geblieben sind und den Traum vom Fliegen als alljährliche Urlaubsreise gen Süden verwirklichen, stellt sich bei den anderen der Wunsch, die Lüfte zu erobern, als Herzensangelegenheit heraus, die ausgelebt werden möchte.

Selina Hilkert und Martin Köhl muss man definitiv zur letztgenannten Gruppe zählen. Bereits in jungen Jahren entdeckten die 22 Jahre alte Erzieherin aus Massenbachhausen und der 34-jährige Heidelberger Sozialpädagoge ihre Leidenschaft für das Fliegen. Mittlerweile sind beide beim Segelflugsport angekommen und haben die Pilotenprüfung erfolgreich absolviert. Selina und Martin sind Mitglieder des Flugsportrings Kraichgau e.V. in Sinsheim und erheben sich hier regelmäßig in ihrer Freizeit in die Lüfte.

Allerdings sind beide nicht gerade typische Vertreter ihrer Zunft. Selina genießt als Frau in dem eher männerdominierten Segelflugsport einen Exotenbonus und Martins Werdegang zum Segelflugpiloten liegt eine besondere Geschichte zugrunde. Martin kann aufgrund einer Zerebralparese seine Beine nur eingeschränkt bewegen und ist daher auf einen Rollstuhl angewiesen. Trotz seiner Faszination für das Fliegen war lange Zeit nicht klar, ob er je in einem Cockpit Platz nehmen könnte. Doch der Kontakt zum Verein „Die Rolliflieger„, die ihn bei seinem Vorhaben unterstützten, ein umgerüstetes Segelflugzeug mit zugelassener Seitenruder-Handsteuerung und Martins ausgeprägte „Just Do It“- Mentalität ermöglichten ihm schließlich das eigenständige Fliegen.

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